Montags in Hessen

-11 Grad, da blieb so manches Auto am Straßenrand liegen, meines nicht, also war ich 8:40 Uhr bei bauer-music in Heussenstamm, dachte, ich könnt noch eine 3/4h im Auto frühstücken, denkste, Puppe, das wurde ganz schnell kalt. Jacke an und raus aus dem Auto, kleinen Waldspaziergang, auch zu kalt. Mc’Doof 5 km entfernt, hingefahren, Bacon&Eggs, Espresso, alles besser. Zurück zu Bauer, Laden war auf und geheizt, ich war mit Herrn Schuster und der Rodgers Artist 599 verabredet, Herr Schuster krank, die 599 da und soweit ansprechbar.

Audio_1  (85MB, 24bit WAV)

Zunächst nur manualiter gespielt, Spielfreude baucht man hier nicht mitzubringen, die entsteht von ganz alleine! Die Tastatur fühlt sich arg Orgel-untypisch an, eher so eine Art Radiergummi , spielt sich allerdings höchst präzise. Ich habe bei der dicken Infinity mal gespinxt, ob es dort bessere Tastatur gibt, nein, die ist die gleiche.

Audio_2  (29MB, 24bit WAV)

Wie später festgestellt sind wir hier beim amerikanischen Orgeltyp, beim Versuch über Bach kommt dann die German Barock und beim Widor die Französisch romantische.
Faszinierend an dem Instrument ist die exakte Durchhörbarkeit, selbst im deutsch barocken Mixturengekreische wird jede Phrase exakt durchgezeichnet.
Den Besuch und die Aufnahme habe ich nicht vorbereitet, es gab spontan im Hessischen in Kinderfahrrad zu erwerben, was ich mit einem Besuch bei bauer-music verbinden konnte. Also nix, aber auch gar nix geübt. Sorry.
Nichts-desto-trotz eben der vielen Spielfehler sind die Aufnahmen so schön geworden, dass ich sie hier veröffentliche.

Audio_3  (48MB, 24bit WAV)

Es kommt noch schlimmer. Die 599 hat AGO-Pedal, die Tasten sind kürzer, liegen enger beisammen und sind leicht strahlenförmig angeordnet. Im Bass und der Mittelage macht das nicht viel aus. Im Diskant wird die Lage präker, beim Bach, ich hatte mir eben wegen der Pedalsoli was Schweres mitgebracht, ging erstmal gar nichts. Entschuldigung, die Aufnahme ist eine Katastrophe, ich spiele Sie in meinem kleinen Privatfunk hier trotzdem, weil der Anfang gut ist und die Orgel schön klingt. Das endet dann irgendwann in der Verzweiflung am AGO -

Das Pedal ist konstruktiv sehr hochwertig gefertigt, es spielt sich, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt, bequem und vielleicht auch irgendwann dann präzise. Der Tastenniedergang ist ebenso wie der der Manual-Tasten recht gering, im Pedal vielleicht 50%, im Manual 70% der europäisch üblichen Maße.

Die Disposition der Orgel ist für ein neu 45T€ teures Instrument schon mehr als knickrig, im Hauptwerk gibt es nicht mal ein 4’Flöte. Gut, aber die Register, die da sind, klingen über alle Maßen fett, und wenn man ein bisschen sucht, findet man eine Lösung für sein Registrier-Problem.
Als Haus-Übe-Orgel sollte das alle Mal reichen.

 

Audio_4  (39MB, 24bit WAV)

Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, mir, man verzeihe mir meine Arroganz, das, was eine digitale Orgel als klanglichen Output liefert, als Musik anzuhören. Weder mein eigens Geklimper auf meiner Organum oder bspw. Herrn Schliessmans Rodgers-Demo-CD.
Meine kümmerlichen organistischen Leistungen auf der 599 höre ich im Moment jeden Abend, hmm, das ist eine Welt an Unterschied zu dem, was es noch so gibt. Musizieren kann man auf jedem Bock, klar, aber magst das hinterher hören ? Hier ja. Unbedingt. Muss sein.

Audio_5  (151MB, 24bit WAV)

 

 

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