Die ersten 6 Wochen mit der Rodgers Artist 599

 

  • Zu wenig Register ?

    Bei meinen dem Kauf des Instruments lange vorausgehenden Überlegungen, und diese dauerten insgesamt etwa ein Jahr, erschien mir die 599 mit ihren eben mal 39 Registern eigentlich immer zu klein disponiert, zumal das Konkurrenz-Instrument, die Ahlborn Organum III,  mit deren 57 aufwartet, was eine schon mittlere komplette Orgel mehr ist. Die sogenannten Voice Palette™ Register, die bei der Artist 599 im Gegensatz zu Rodgers Infinity-Baureihe hinter jedem Registerzug 3 Alternativregister zu Verfügung stellen, sind,
    ich kann da allerdings nur die Ahlborn Organum II aus 10-jähriger (und übrigens sehr guter) Erfahrung heranziehen, im Vergleich zu Ahlborn allerdings nicht nur Varianten eines Registertypus, sondern völlig eigenständige Register.
    Ich würde nach immerhin 6 Wochen jetzt nicht behaupten, dass ich da schon durchsteige, wie welches der dann doch eben 4×39 Register wie klingt, aber auch nicht im Entferntesten.

Too few registers?

In my long preceding considerations to my purchase of the instrument , and these lasted a total of about a year, the Rodgers Artist 599 with its just 39 stops seemed to me always planned too small, especially because the competing instrument, the Ahlborn Organum III, comes with 57 stops, what is an already middle-sized complete organ more.

The so-called Voice Palette ™ registers, which provide 3 alternative registers behind each drawknob control of the Artist 599 are, compared to Ahlborn, not only variants of a stop type, but completely independent stops.

After 6 weeks I would not say that I’m overviewing, how each single stop of that 156 sounds like.

  • Klangliche Probleme ?

    habe ich mit der Orgel ein wenig wegen der aus Platzgründen extrem ungünstigen Aufstellung in einer Ecke eines winzigen Zimmers, das wäre vielleicht auch anders möglich, ist im Moment so aber ganz praktisch.  Das Problem ist der 16“-Prinzipal und seine „Hintermänner“, meint die Voice Palette™ Register. Eh schon mit einem ziemlichen Wumms zu Werke gehend ist dann beim tiefen F dicke Stehwelle angesagt, die Einzeltonintonation kriegt das bei maximaler Abdämpfung dann so eben hin, dass nicht die Fensterscheibe rausfliegt. Klar kann das alles runterregeln, andererseits spiele ich die Orgel auch gerne über Kopfhörer, dafür bräuchte es dann eigentlich eine komplette eigene Intonation.

I have with the organ a few sound problems because of an extremely unfavorable positioning in a corner of a tiny room resulting of lack of space, this could be changed, but it is practical at the moment this way.
The problem is the Pedal Principal 16ft and its corresponding Voice Palette ™ Stops.

Already with quite a jerk going to work at the deep F a thick standing wave builds up.

With the Single-Note-Intonation can this be handled with the maximum attenuation, so that not the window pane flies out.

Of course it could turn down all that , on the other hand, I like to play the organ using headphones, and it would actually need a complete own intonation for this.

  • Schicksal ?

    Was passiert, wenn Du dein ganzes Geld für eine Rodgers Artist 599 ausgegeben hast ? Du kaufst Dir einen tollen Kopfhörer, Und dann ? Dann  fängt die Spülmaschine an zu tropfen. Irgendwas Neues von Bosch, Kredit aufgenommen -:)

Destiny?
What happens if you spent all your money on a Rodgers Artist 599? You buy a great headphone, And then? Then the dishwasher starts to drip. Something new bought by Bosch, borrowed – 🙂
  • Übeverhalten ?

    Ich übe anders. Zum Einen von vorneherein ein-registriert und mit sehr viel  mehr Blick aufs Detail. Das mag an der Klangschönheit des Instrument liegen und mit Sicherheit an der Tastatur, so dass sich halt jedes noch so winzige Detail im Klang der Orgel abbildet. Das ging jetzt schon soweit, dass ich meine 5-6 Choralvorspiele für den Sonntag gar nicht mehr vollständig geübt bekommen habe, weil ich bei den ersten beiden einfach hängen geblieben bin, natürlich nimmt man sich auf solch einem Gerät eben auch neue und schwerere Sachen vor. Neu ist für mich bei der Gottesdienstvorbereitung das durch die 3 Manuale einfacher möglich gewordene Cantus-Firmus-Spiel, das kann man auf einer 2-manualigen Orgel natürlich auch machen, muss aber ständig um-registrieren. Dazu übe ich das Choralvorspiel jetzt noch im Wechsel mit dem Choralsatz, was durchaus auch neue musikalische Erkenntnisse bringt. Mit dem Rekorder der Orgel aufgenommen, will ich den einzelnen Choral dann auch noch singen……
    Da gerät die Vorbereitung auf einen evangelischen Sonntagsgottesdienst schon mal zur Worship-Veranstaltung. Einen Übe-Aufwand, wie ich ihn bisher eigentlich nur für die gelegentlichen Vertretungen in der Kölner AntoniterCityKirche betrieben habe, ist jetzt zum zugegebenermaßen noch nicht erreichten Standard für den „normalen“ Sonntagsgottesdienst geworden.
    So kommt’s, wenn man sich eine Kathedralen-Orgel ins Zimmerchen holt.

I practice differently.

On the one hand registered from the beginning and with a lot more attention to detail in playing. This may be due to the beauty of the instrument and certainly to the keyboard, so that every minute detail is reflected in the sound of the organ.

It went so far already that I did not get trained my full 5-6 chorale preludes for Sunday because I just got stuck with the first two, on such a device of course you pick also new and heavier stuff.

What is new for me in the preparation of the service is the because of the 3 manuals easier possible c.f.-playing, which also can be done on a 2-manual organ, of course, but you have to switch the stops constantly.

For this I practice the chorale prelude alternating with the choral movement, which also brings new musical insights.

Recorded with the recorder of the organ, I also want to sing the individual chorale ……

It may happen that  the preparation for a Protestant Sunday service is devellopping to a personal worship event.

A practice effort, as I have actually operated only for my occasional organist substitution in the Cologne AntoniterCityKirche, has now become the admittedly not yet reached standard for the „normal“ Sunday service.

That’s what happens when you bring a cathedral organ into your room.

  • Des Nachts, still und leise ?

    Im Kopfhörerbetrieb macht die Rodgers Artist 599 richtig Spaß, man muss nicht einmal die Lautstärke verändern,  wenn man den Kopfhörerausgang einmal auf den Kopfhörer eingepegelt hat, so dass er der Raumlautstärke entspricht. Das ganze Instrument spielt sich sehr geräuscharm, so dass nächtliches Üben aber auch gar niemanden stört. Die Tastaturen machen überhaupt keine Geräusche, das Pedal mit dicken Isomatten unterlegt hört man nur minimal. Die Sitzbank knarrt zur Zeit ein bisschen, ich denke, da muss ich mal ein paar Schrauben nachziehen.
    Die Notenpultbeleuchtung sieht zwar unheimlich schick aus, beleuchtet aber nachts Noten nicht hinreichend. Ich habe mir zur „Unterstützung“ einen IKEA-3er Spot mit je 2W-LED’s an die Decke geschraubt – taghell. Oder spiele über die beiden HP Elite x2 1012 G1, die für Choralvorspiel und Satz ideal sind.

At night, quiet and silent?

In the headphone mode, the Rodgers Artist 599 is really fun, you do not even have to change the volume, once you have the headphone output leveled on the headphones, so that it corresponds to the volume you hear in the room.

The whole instrument works mechanically very quietly, so nocturnal practice no one bothers.

The keyboards make no noise at all, the with thick sleeping pads underlaid pedalboard you notice only minimally.

The seatbench creaks a bit at the moment, I think, I have to tighten some screws.

The music desk lighting looks incredibly chic, but does not illuminate the scores at night sufficiently.

I’ve screwed an IKEA 3er spot with 2W LED’s to the ceiling – daylight. Or I play on the two HP Elite x2 1012 G1, which are ideal for choral prelude and chorale.

  • Bedienung ?

    Also einfach ist das nicht. Die allererste Lustigkeit war mal die, dass aus dem Line-Ausgang vorne unter dem Spieltisch kein Piep herauskam. Das lag dann daran, dass die Orgel über Kopfhörer lief und in diesem Modus den Line-Ausgang abschaltet. Das lässt sich aber auch wieder über einen entsprechenden Menüpunkt verhindern.
    Der Power-Players-Guide für die Roland-Rodgers Orgeln, den es bei Amazon für kleines Geld zu kaufen gibt, ist bei diesem Instrument Pflichtlektüre und liegt auf der linken Seite der Orgelbank, Adams‘ Hitchhikers Guide to the Galaxy auf er rechten, falls gar nichts mehr geht.
    Die Bedienung ist so konzipiert, dass man, wenn man weiß, was man will und wo man es findet, dort schnell hinkommt und die Parameter einfach ändern kann.
    Ich würde im Moment noch nicht behaupten, dass ich das Instrument von der Bedienung her im Griff habe, fühle mich im Moment eigentlich eher kontrolliert, ebenso wie Radialpedal und die Tastaturen wohl eine Sache der Übung.

Operation and handling?

That’s just not easy.

The very first merriment was that there came no beep from the Audio line output.

This was due to the fact that the organ was running on headphones and in this mode, the line output turns off. But this behaviour can be prevented via a corresponding menu item.

The Power Players Guide for the Roland Rodgers Organ, available at Amazon for a small fee, is required for operating this instrument and is placed on the left side of the organ bench. Douglas Adams Hitchhiker’s Guide to the Galaxy is placed on it’s right in case of nothing works any more.

The operation is designed so that if you know what you want and where you find it, you can get there quick and easiy to change parameters.

I would not say at the moment that I have the instrument under control of the operation, I feel actually rather controlled at the moment, as well as radial pedal and the keyboards probably a matter of practice.

  • Radialpedal ?Rodgers liefert die Artist-Baureihe standardmäßig mit Radialpedal, auch meine hat eines, und da war es die große Frage, ob das ein Problem wird. Ist es nicht geworden, das Pedal nach der amerikanischen Norm spielt sich sehr angenehm, es gibt noch falsche Töne, das anfängliche Phänomen, dass linke Hand und Pedal komplett orientierungslos werden, wenn sich das Pedal verläuft, ist eigentlich nicht mehr aufgetreten. Beim Parallel-Pedal-Spiel Sonntags in der Kirche habe ich keinen negativen Effekt bemerken können, obwohl ich dort nie übe und mich nur kurz einspiele. Radial-Pedal geübt läuft auf Parallel-Pedal im Einsatz.
  •  Klang ? 

    Die Rodgers Artist 599 klingt halt wie eine Rodgers klingt – wenn man einfach nur die Tasten runterdrückt.
    Die Orgel berücksichtigt die Anschlags-Stärke, dies ist einstellbar von 0-127, voreingestellt ist 100. Die Orgel berücksichtigt die Loslass-Geschindigkeit, dieser Effekt ist ebenfalls einstellbar von 0-127, voreingestellt ist 8.
    Wenn man jeden Ton, aber auch jeden (verd….) Ton durchartikuliert (ja, dass Pedal bitte auch), klingt sie wie eine richtig schöne Orgel. Danke schön, Rodgers.
    Die Ahlborn Organum macht dieses Modeling, also die Veränderung des Tons durch den Anschlag, auch schon, aber nicht in diesem Maße wie die Rodgers. Man kann bei der Rodgers Artist 599 die Tasten auch ganz langsam runter drücken und wieder los lassen, dann hört man den Effekt quasi in Zeitlupe. Das klingt eher ein bisschen Synthesizer-mäßig, im Zusammenspiel dann aber sehr orgelig.
    Auf meinem dienstlichen Oberlinger-Positiv habe ich mich jetzt schon dabei erwischt, nicht ganz runtergedrückte Töne auszuhalten, das kann die Rodgers noch nicht, hier ist also noch Luft nach oben und ein Plus für die Pfeifenorgel!…..

  • Noch mal kaufen ? Aber sicher….(to be continued)

 

 

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.